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Myokardszintigraphie

IMG 4163Was ist die Myokardszintigraphie?

Mit der Myokardszintigraphie wird die Durchblutung des Herzmuskels unter Belastung und in Ruhe untersucht. Man gewinnt hierdurch Informationen über etwaige Durchblutungsstörungen und einem hierdurch drohenden Herzinfarkt. Zudem kann das Ausmaß von Narben nach einem Herzinfarkt beurteilt werden. Es handelt sich bei der Myokardszintigraphie um eine nuklearmedizinische Methode, das heißt, eine radioaktiv markierte Substanz wird zur Diagnostik verwendet. Die auf den Körper einwirkende Strahlenbelastung ist als gering einzustufen.

 

Wozu dient die Myokardszintigraphie?

Die Myokardszintigraphie wird eingesetzt:

  • zur Erkennung von Durchblutungsstörungen am Herzen
  • zur Beurteilung der Größe eines Herzinfarktes
  • zur Klärung der Frage, ob im Randgebiet eines Infarktes noch vitales Gewebe vorhanden ist
  • zur Diagnostik sog. stummer (nicht bemerkter) Infarkte
  • zur Verlaufsbeurteilung einer medikamentösen Behandlung
  • zur Erfolgskontrolle einer sog. Ballondilatation, Stentbehandlung oder Bypass-Operation

 

Wie funktioniert die Myokardszintigraphie?

Die Untersuchung sollte in nüchternem Zustand durchgeführt werden, d.h. die Patientin / der Patient darf für mindestens 2-3Std. vor dem Termin keine Nahrung zu sich nehmen (ausgenommen Diabetiker). Auch Medikamente sollten in der Regel nicht eingenommen werden, sog. Betablocker müssen ein bis zwei Tage vor der Untersuchung abgesetzt werden. Sie sollten aber alle Medikamente zur Untersuchung mitbringen. Genauere Informationen erhalten Sie rechtzeitig vom Arzt.

Vor Beginn der Untersuchung wird ein Zugang in eine Armvene gelegt, d.h. eine Plastiknadel wird wie bei einer Blutabnahme in eine Vene eingeführt. Dann wird ein Belastungstest (Ergometrie) durchgeführt, für Patienten mit Bewegungseinschränkungen steht eine sog. pharmakologische Belastung zur Verfügung, eine körperliche Belastung entfällt dann. Am Höhepunkt der Leistungsfähigkeit wird die radioaktive Substanz (99m-Tc-MIBI oder 201-Thallium) eingespritzt, die in Abhängigkeit von der Durchblutung in die Herzmuskelzellen aufgenommen wird. Mit einer Zählanlage, der Gamma-Kamera, werden eine Reihe von Aufnahmen gemacht, die Verteilung der radioaktiven Substanz wird so am Herzen erfasst. Danach erfolgt eine entsprechende Untersuchung in Ruhe. Im Normalfall ist nur die Muskulatur der linken Herzkammer dargestellt, da die Wand des rechten Ventrikels deutlich dünner ist, die Verteilung ist sowohl unter Belastung als auch in Ruhe gleich. Ein unter Belastung minderdurchblutetes (ischämisches) Herzmuskelgewebe zeigt eine fehlende Aufnahme der Radioaktivität. Unter Ruhebedingungen (bei vermindertem Blutbedarf) füllt sich dieser Defekt wieder auf. Dieses Herzmuskelgebiet ist infarktgefährdet. Hat ein Patient bereits einen Herzinfarkt erlitten, nimmt das Infarktareal weder in Ruhe noch bei Belastung das Radiopharmakon auf, die Narbe stellt totes Gewebe dar und kann nicht mehr speichern.

Die Myokardszintigraphie ersetzt nicht die invasive Herzkatheteruntersuchung, sie stellt jedoch unter Umständen die Indikation zu dieser Untersuchung oder ergänzt sie.

Die Belastungsuntersuchung dauert insgesamt ca. 2 Stunden, für die Ruheuntersuchung werden noch einmal ca. 30-60min benötigt. In der Regel wird die Untersuchung an zwei aufeinander folgenden Tagen durchgeführt. In Ausnahmen kann auch ein sog. Eintagesprofil angeboten werden, der Zeitaufwand beträgt dann einen ganzen Vormittag. Die Untersuchung ist mit Ausnahme der Injektion vollkommen schmerzlos. Die Menge der benutzten Radioaktivität ist sehr gering und kann daher keinen Schaden anrichten. Schwangere dürfen allerdings nicht untersucht werden, damit der noch ungeborene Mensch keinen Schaden erleidet.

 

 
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